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Wissenswertes über Bockhorst in Kurzform

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Heimathaus Bockhorst
Die Gemeinde Bockhorst liegt geografisch im nördlichen Emsland, die nächstgrößere Stadt Papenburg ist etwa 10 km entfernt. Nach den letzten statistischen Daten leben in der Gemeinde auf einer Fläche von 18.19 km² 978 Menschen, davon 489 Männer und 489 Frauen.

Über die Entstehung des Ortsnamens „Bockhorst“, früher auch als „Buchhorst“, „Bockorst“ oder „Bokhorst“ bezeichnet, gibt es unterschiedliche Deutungen. Während einige Chronisten den Namen mit „Siedlung am Buchengehölz“ übersetzen, deuten andere den Begriff „horst“ als ein höhergelegenes, vielfach mit vereinzeltem Strauchwerk bestandenes Gefilde, das zur ungedüngten Viehweide benutzt wurde. Eine weitere Übersetzung geht davon aus, dass Bockhorst seinen Namen von einem früher vorhandenen Buchenwald bekommen habe. Die Ursprünge von Bockhorst müssen aber wohl auf einer Anhöhe im umgebenen Moor gelegen haben, da man auch heute noch auf Plattdeutsch sagt: “häi wohnt upp Boukhast“.

Im Juli 1998 feierten die Bockhorster ihr 400-jähriges Bestehen. Dieses Jubiläum basiert auf die erste sichere Nennung des Namen Bockhorst aus dem Jahre 1598. In der Beestbeschreibung des Amtes Stickhausen wird in Backemoer ein „Johan von der Bockhorst“ aufgeführt, der demnach ein Pferd, eine Milchkuh und einen Enter besaß. Funde aus den dreißiger Jahren belegen jedoch, dass bereits in der Steinzeit Menschen in der Gegend lebten. An der Grenze zu Börgermoor fand man einen Einbaum, der darauf schließen lässt, dass die Menschen über den Fluss „Tief“ in das unwegsame Moorgebiet gelangten. Außerdem fand man in der Gegend zahlreiche Feuersteinwerkzeuge aus der mittleren Steinzeit.

Im Jahre 1677 wird erstmals die Existenz eines Bockhorster Hauses im Zusammenhang mit der Belehnung des Ferdinand Albrecht von Scheffert mit dem Gute Esterwegen durch den Erbkämmerer Freiherr Wilhelm Friedrich von Galen erwähnt. Unter dem Titel „Specificatio Taxationis des hochgräflichen bentheimischen Rittergutes Esterwegen im Erbkauf“ wird unter anderem aufgeführt:

„Ein Hauss von acht fach auf der Bockhorst, das Vorwerk genannt.“

Bei diesem Haus handelte es sich um ein Viehhaus, das die Esterweger Gutsherren für die Unterbringung ihrer Kühe nutzten, die auf dem umliegenden Grasland an der Beeke und am Tief weideten.

Im Jahre 1805 wurden zehn Haushalte in Bockhorst registriert; 1830 war die Anzahl der Einwohner auf 207 angestiegen, die in 31 Wohnhäusern lebten.

1837 wurden die Bockhorster Bauern durch Vertrag mit dem Gutsherrn, Baron v. Exterde, Eigentümer der Grundstücke, die ihnen bis dato zur Bearbeitung zugewiesen worden waren. Dafür mussten sie jedoch „Canon“, d.h. entsprechende Abgaben zahlen. Im April 1855 befreiten sich die ersten 19 Einwohner aus Bockhorst aus der Abhängigkeit vom Esterweger Gutsherrn durch die Zahlung eines Ablösekapitals von 16560 Gulden, 9 Stüber und 3 Deut. Eine für damalige Verhältnisse beträchtliche Summe für die Erlangung der Selbständigkeit. Weitere Einwohner schlossen sich an und wurden damit „Herr im eigenen Haus“.

Mit der Kultivierung des Moores besserten sich in der Folgezeit die wirtschaftlichen Verhältnisse etwas. 1908 begannen die Bockhorster zusammen mit der Nachbargemeinde Neuburlage mit dem Bau einer eigenen Kirche; 1920 erhielt die Kirchegemeinde einen eigenen Pastor.

Obwohl Bockhorst seit 1857 einen eigenen Ortsvorsteher wählte und sogar einen eigenen Ortsausschuss hatte, war es keine politisch selbständige Gemeinde, sondern blieb weiterhin ein Ortsteil von Esterwegen. Den ersten Antrag auf Abtrennung von der Gemeinde Esterwegen gab es bereits 1873, der jedoch abgelehnt wurde. Erst über 50 Jahre später, am 1. April 1931 wurde der Ortsteil Bockhorst von der Gemeinde Esterwegen abgetrennt und bildet bis heute eine selbständige Gemeinde in der Samtgemeinde Nordhümmling.


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